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Buchatlas

M. Lengfeld'sche Buchhandlung

Köln, Nordrhein-Westfalen

Seit 1842 bestehende Buchhandlung am Kölner Kolpingplatz mit Weltliteratur, Lyrik und Klassikerausgaben, bekannt für Langzeitlesungen wie Prousts „Recherche“.

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Am Kolpingplatz im Zentrum von Köln liegt die M. Lengfeld'sche Buchhandlung, die sich selbst als älteste Buchhandlung der Stadt bezeichnet. Ihr Profil ist klar umrissen: Weltliteratur von der Klassik bis zur Moderne, ein großes Lyrikangebot und Lesungen, die sich manchmal über Jahre durch ein einziges Werk ziehen.

Geschichte

Moritz Lengfeld gründete die Buchhandlung 1842. Nach einem Porträt im „Petit Journal“ Köln diente sie anfangs zugleich als Leihbibliothek. Ab 1880 führte die jüdische Familie Ganz das Geschäft. 1933 musste die Familie Deutschland verlassen und übergab den Laden dem Angestellten Max Pinette, der ihn bis 1935 weiterführte. Dann zwang ihn die „Arisierungs“-Politik zum Verkauf.

Nach der Zerstörung des ursprünglichen Gebäudes öffnete die Buchhandlung 1945 wieder, zunächst in einer Wohnung in Köln-Nippes, danach bis 1962 im Dischhaus. Unter Traute Schmitt-Herzing kehrte sie anschließend in das Ladenlokal am Kolpingplatz 1 zurück. In dieser Zeit lag der Schwerpunkt auf politischer Literatur rund um die deutsche Teilung.

1993 übernahmen Carsten Saenger und Hildegund Laaff die Buchhandlung und richteten das Sortiment auf die großen Klassiker der internationalen Literatur aus. Bei der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises 2018 in Kassel hielt Hildegund Laaff als Vorjahressiegerin die Festrede und sprach darin von 61 Berufsjahren. Als Geschäftsführerin der M. Lengfeld'sche Buchhandlung GmbH nennt das Impressum heute Hildegund Laaff-von Kienle-Reum.

Das Sortiment

  • Weltliteratur von der Klassik bis zur Moderne
  • Lyrik in umfangreicher Auswahl
  • Klassikerausgaben von Manesse, Winkler und dem Deutschen Klassiker Verlag, laut Website stets vorrätig
  • Taschenbücher und Reiseführer
  • Kinder- und Jugendbücher in einer eigenen Abteilung

Laut „Petit Journal“ ist der Laden in zwei Bereiche geteilt: einen für Kinder- und Jugendliteratur und einen ruhigeren für die Klassiker, mit Sesseln, in denen man in Ruhe lesen kann.

Auszeichnungen

  • Deutscher Buchhandlungspreis 2015 und 2016: jeweils Kategorie „hervorragende Buchhandlungen“
  • Deutscher Buchhandlungspreis 2017: Kategorie „beste Buchhandlungen“, gemeinsam mit zwei weiteren Buchhandlungen aus ganz Deutschland

Veranstaltungen

Lesungen sind das Markenzeichen des Hauses. Von März 1997 bis November 2003 lasen die Schauspieler Bernt Hahn und Peter Lieck auf Initiative von Hildegund Laaff Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ungekürzt in der Buchhandlung, laut „Petit Journal“ zweimal im Monat. Die Aufnahmen liegen seit März 2008 als Gesamtausgabe vor: 13 Kassetten mit 135 CDs und rund 162 Stunden Lesedauer, herausgegeben von den Literaturfreunden der Lengfeld'schen Buchhandlung e. V. und nur über die Buchhandlung erhältlich. Weitere Langzeitlesungen galten Uwe Johnsons „Jahrestagen“ mit Bernt Hahn, Pessoas „Buch der Unruhe“ und zuletzt Gontscharows „Oblomow“ mit Helge Heynold.

Der Verein der Literaturfreunde wurde 2001 gegründet, zählt nach eigenen Angaben mehr als 100 Mitglieder und finanziert Lesungen über Beiträge, Zuschüsse und Spenden. Seit Sommer 2020 lassen sich die Lesungen auch über den YouTube-Kanal der Buchhandlung verfolgen. Im November 2026 stehen Abende zu Paul Valérys „Cahiers“ und, zu Ehren Friedrich Rückerts, zu Fariduddin Attars „Vogelgesprächen“ mit Stefan Weidner und Helge Heynold auf dem Programm.

Lage

Die Buchhandlung liegt am Kolpingplatz 1 in der Kölner Innenstadt. Für einen Rundgang zu weiteren Läden lohnt der Blick auf die weiteren Kölner Buchhandlungen.

Quellen & aktuelle Informationen

Angaben zuletzt geprüft am .

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