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Buchatlas

Antiquariat J. Kitzinger

München, Bayern

Wissenschaftsantiquariat in vierter Generation, 1892 an der Schellingstraße gegründet, heute an der Amalienstraße: Theologie, Philosophie, Mittelalter.

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Seit 1892 verkauft die Familie Kitzinger im Münchner Uni-Viertel antiquarische Bücher. Fast 130 Jahre lang lag der Laden in der Schellingstraße 25, seit 2022 ist er ein paar Schritte weiter an der Amalienstraße 65 in der Maxvorstadt. Inhaber ist laut Impressum Bernhard Kitzinger, der das Geschäft nach einem Bericht der Abendzeitung in vierter Generation führt. Neben dem antiquarischen Bestand besorgt die Buchhandlung nach eigener Angabe auch jedes lieferbare neue Buch.

Geschichte

Gegründet hat das Geschäft unter dem Namen J. Kitzinger der Großvater von Raimund Kitzinger, schrieb das Börsenblatt in seinem Nachruf. Raimund Kitzinger, Jahrgang 1927, machte dort von 1947 bis 1949 seine Ausbildung und führte das Antiquariat danach jahrzehntelang. Vor allem in den 1960er- und 70er-Jahren gab das Antiquariat Verkaufskataloge zu Theater, Entomologie, Bavarica, Kinderbüchern und Goethe heraus. Er kaufte bedeutende Professorenbibliotheken an, darunter die von Ludwig Crusius und Friedrich von der Leyen, und sammelte selbst alte ABC-Bücher und Fibeln. Von 1973 bis 1991 war er stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Antiquariat im Börsenverein, 1988 bekam er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Er starb 2013 mit 86 Jahren.

Sein Sohn Bernhard hatte das Geschäft da längst mit ihm zu einem überregional bedeutenden Wissenschaftsantiquariat ausgebaut, nach Darstellung der Abendzeitung in den 1980er- und 1990er-Jahren. „Es gab Zeiten, da belieferten wir halb Italien“, sagte er 2020.

Der Umzug

Den alten Laden in der Schellingstraße erkannte man an der hölzernen Fassade um die Schaufenster. Sie wurde 1889 für eine Bäckerei gebaut und steht als Einzeldenkmal unter Schutz. Bernhard Kitzinger wuchs in der Wohnung im ersten Stock darüber auf. 2017 kaufte die Omega AG das Haus, 2020 einigten sich Eigentümer und Mieter, und Kitzinger musste zum Jahresende 2021 räumen.

Im März 2022 berichtete die Abendzeitung, dass er um die Ecke einen neuen Laden gefunden hatte: an der Amalienstraße 65, wo jahrzehntelang das Antiquariat Wölfle seinen Sitz hatte. Die Räume sind kleiner als die alten, gemietet sind sie nach Kitzingers Worten „bis mindestens 2031“.

Das Sortiment

„Seit 1892 sind wir die Fundgrube für Geisteswissenschaften und Schöngeistiges in München“, schreibt das Antiquariat über sich. Als Fachgebiete nennt es Philosophie, Theologie, Geschichte, Altertumswissenschaften, Sprachwissenschaften, Kunst, Bavarica, Literatur und Musik. Der Online-Katalog bei Buchfreund zeigt die Schwerpunkte in Zahlen: Im November 2026 war Theologie dort mit knapp 300 Titeln die größte Gruppe, gefolgt von Mittelalter und Mediävistik. Eigene Abteilungen gibt es für Goethe-Literatur, Archäologie, Kunsthandwerk und Rechtsgeschichte, außerdem für kleine Fächer wie Ägyptologie, Altorientalistik, Indologie und Armenistik.

Zur Kundschaft zählten 2020 laut Abendzeitung Studierende, Professoren und Leute, die seltene Veröffentlichungen aus den Geistes- und Kunstwissenschaften suchen. Die Bayerische Staatsbibliothek und das Bayerische Hauptstaatsarchiv belieferte Kitzinger damals regelmäßig mit dem Lastenrad. Manche Stammkunden kämen jedes Jahr eigens aus Japan, schrieb Hallo München.

Quellen & aktuelle Informationen

Angaben zuletzt geprüft am .

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Entfernungen ca., Luftlinie zwischen den Postleitzahlgebieten. Daten: GeoNames (CC BY 4.0).