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Buchatlas

Antiquariat Wolfgang Rüger

Frankfurt am Main, Hessen

Antiquariat von Wolfgang Rüger am Sachsenhäuser Lokalbahnhof, seit 1999, mit rund 5000 signierten Erstausgaben, Beat- und Underground-Literatur und Lyrik.

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Das Antiquariat Wolfgang Rüger liegt in der Dreieichstraße 52 in Sachsenhausen, am Lokalbahnhof direkt neben dem Kino Harmonie. Wolfgang Rüger hat es im Oktober 1999 eröffnet und führt es bis heute. Nach eigener Angabe lebt das Geschäft seit Jahren fast nur vom Versand über das Internet. Den Laden hält Rüger trotzdem offen, wie er auf seiner Website schreibt, auch als Widerstand gegen die Verödung der Stadtteile.

Wolfgang Rüger

Rüger, Jahrgang 1959, ist in Hohenlohe aufgewachsen, hat in Marburg und ab 1985 in Frankfurt studiert und war rund zehn Jahre Journalist, unter anderem als leitender Feuilletonredakteur beim „Journal Frankfurt“. Seit 1980 betreibt er den Paria Verlag. Dessen bibliophile Reihe Bitter Lemon brachte in den achtziger und frühen neunziger Jahren Autoren des literarischen Undergrounds wie Jürgen Ploog, Hadayatullah Hübsch und Helmut Salzinger zusammen mit Debütanten wie Thomas Hettche und Jamal Tuschick. Neue Titel erscheinen dort schon lange nicht mehr, lieferbar ist laut Website aber noch fast alles.

Nach Ploogs Tod 2020 hilft Rüger dessen Sohn bei der Betreuung des Nachlasses. Restauflagen von Ploogs Büchern hat er zurückgekauft, sie sind über das Antiquariat zu bekommen.

In Bodo Kirchhoffs Roman „Schundroman“ hat das Antiquariat einen Auftritt, Rüger erscheint dort als Antiquar, „bewandert und sortiert wie kein zweiter“. Der Band „101 literarische Orte in Frankfurt und Rhein-Main“ von Anette John und Isabella Caldart (Societäts-Verlag, 2023) führt das Antiquariat im Kapitel über Buchhandlungen.

Der Bestand

Rüger bezeichnet sein Geschäft als allgemeines Antiquariat. In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau von 2023, das er auf seiner Website dokumentiert, sprach er von rund 45.000 Büchern aus 80 Sachgebieten auf drei Stockwerken. Nach einem Hochwasser in den Lagerräumen im Juni 2016 baute er den zweiten Verkaufsraum um. Seitdem steht nach seiner Darstellung mehr als die Hälfte des Bestands sichtbar im Laden, mit größeren Abteilungen zu Kunst, Fotografie, Architektur, Literaturwissenschaft, Theologie, Biografien und Werkausgaben. Eine eigene Regalwand gehört Buchreihen wie der Anderen Bibliothek, dem Deutschen Klassiker Verlag, Manesse, Winkler Dünndruck, den Rowohlt-Monographien und den DuMont-Kunstreiseführern.

Die Website nennt etwa 5000 signierte Erstausgaben und rund 2000 fremdsprachige Bücher, dazu vergriffene Titel, Sammlerstücke, viele Taschenbücher und neuwertige, preisreduzierte Hardcover. Zu den Schwerpunkten zählen Literatur, Beat und Underground, Gedichte, Judaica, Film, Theater und Musik, Francofurtensien sowie Orts- und Landeskunde. Ein Gespräch mit den LiteraturNachrichten von Litprom aus dem Jahr 2015 nennt außerdem die Literatur Lateinamerikas und der Karibik als Schwerpunkt, Rüger erwähnt darin eine große Lyrik-Abteilung. Seit Jahrzehnten lässt er sich bei Lesungen Bücher signieren, viele Jahre lang vor allem im Forum Weltbühne der Frankfurter Buchmesse. Diese private Sammlung war nach seiner Aussage der Grundstock für den Handel.

Vergriffene Bücher sucht das Antiquariat nach eigener Angabe auf Wunsch, ohne Gebühr.

Ankauf

Das Antiquariat kauft an. Auf der Website heißt es: „Wir kommen vorbei, wenn Sie Bücher loswerden wollen.“ Im Interview mit der Frankfurter Rundschau beschrieb Rüger, dass er Sammlungen in der Wohnung begutachtet und dort entscheidet, was er übernimmt. Als Beispiel nannte er eine Erstausgabensammlung, aus der er nur einen halben Meter Ernst Jünger ankaufen würde. Laut den Geschäftsbedingungen bietet das Antiquariat nur gut bis sehr gut erhaltene Bücher an, schlecht erhaltene gehen ins Altpapier, sofern es keine selteneren Sammlerstücke sind.

Besuch

Seit Januar 2014 ist der Laden nur noch montags bis mittwochs geöffnet, außerdem nach Vereinbarung. Als Grund nennt die Website unter anderem den öffentlichen Bücherschrank, den die Stadt praktisch vor die Haustür gestellt habe und der den Umsatz deutlich gesenkt habe. Weil nicht der ganze Bestand griffbereit steht, bittet das Antiquariat, mindestens einen Tag vorher Bescheid zu geben, wenn man einen Titel aus dem Online-Angebot im Laden ansehen oder abholen möchte.

Laut dem Frankfurter Stadtführer Frankfurt Inklusiv führt eine Stufe von 22 Zentimetern in den Laden, die Tür ist 80 Zentimeter breit. Vom Stadtzentrum sind es nach Angabe des Antiquariats etwa 15 Minuten zu Fuß. Im Viertel gilt ab 15 Uhr Anwohnerparken.

Quellen & aktuelle Informationen

Angaben zuletzt geprüft am .

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