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Buchatlas

Tresor am Römer

Frankfurt am Main, Hessen

Buch- und Kunstantiquariat in der Frankfurter Altstadt, seit 2007 von Sibylle Wieduwilt geführt, mit alten Drucken, Francofurtensien, Reisebeschreibungen und Graphik. Zieht 2027 nach Weimar.

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Der Tresor am Römer ist ein Buch- und Kunstantiquariat in der Braubachstraße in der Frankfurter Altstadt, zwischen Römer, Paulskirche und dem Museum für Moderne Kunst. Inhaberin ist Sibylle Wieduwilt. Auf rund 150 Quadratmetern stehen nach eigener Angabe Bücher aus dem 15. bis 20. Jahrhundert, dazu dekorative Graphik und Landkarten.

Lange bleibt das Antiquariat nicht mehr in Frankfurt. Auf seiner Website kündigt es an, 2027 nach Weimar zu ziehen. Ein genaues Datum steht dort nicht. Bis dahin gibt es eine Liste mit Büchern zum halben Preis, weil „jede Umzugskiste, die nicht gepackt werden muss, eine gute Kiste ist“.

Geschichte

Hans Beyerle arbeitete zunächst einige Jahre im Antiquariat „Tresor des Livres et Graphiques“, dessen Name an die Bibliographie von Graesse angelehnt war. 1977 übernahm er das Geschäft und nannte es in „Tresor am Römer“ um. In den ersten zwanzig Jahren erschienen viele Kataloge, darunter Spezialkataloge mit dekorativer Graphik und Kinderbuchkataloge. Das Hauptaugenmerk lag nach Darstellung des Hauses aber von Anfang an auf dem Laden.

Sibylle Wieduwilt, Jahrgang 1967, lernte drei Jahre im Zentralantiquariat in Leipzig. Weil es in der DDR keine Antiquariatslehre gab, ist sie laut Lehrzeugnis Buchhändlerin. Nach der Wende arbeitete sie fast sechs Jahre bei Detlev Auvermann in Glashütten, danach kurz im Frankfurter Antiquariat Jürgen Koch. Im Oktober 1998 fing sie bei Beyerle an, Anfang März 2007 übergab er ihr das Geschäft. Von 2016 bis 2022 war sie Vorsitzende des Verbands Deutscher Antiquare, dem der Tresor als Mitglied angehört.

Der Bestand

Wieduwilt will nach eigener Aussage alle oder zumindest die meisten Sammelgebiete abdecken. Schwerpunkte sind Francofurtensien, alte Reisebeschreibungen, illustrierte Naturwissenschaften, alte Drucke, Pressendrucke und Literatur. Dazu kommen Autographen, Stadtansichten, Landkarten und naturwissenschaftliche Graphik. Die Preisspanne beschrieb sie 2007 so: ein alter Reiseführer oder ein Stahlstich für ein paar Euro, aber auch Johann Gabriel Doppelmayrs „Atlas novus coelestis“ für 29.000 Euro.

Oft weckt nach ihrer Erfahrung zuerst die Graphik das Interesse, gerade bei Besuchern, die aus dem Museum für Moderne Kunst oder der Schirn herüberkommen. Einen Teil des Bestands bietet das Antiquariat in einem eigenen Webshop an. Dort sind deutsche Stadtansichten, Literatur, Francofurtensien und Geographie die größten Sachgebiete, auch Kinderbücher sind zahlreich (Stand November 2026).

Ankauf

Der Tresor kauft nach eigener Angabe laufend an, „interessante Einzelstücke aber auch ganze Bibliotheken und Sammlungen“. Gesucht sind seltene und wertvolle Bücher, Autographen und Graphiken. Angebote nimmt das Antiquariat telefonisch entgegen, Listen auch per Fax oder E-Mail. Auf Wunsch kommt es zu den Anbietern, um sich die Bestände vor Ort anzusehen.

Freitagsseite und Messen

Seit April 2020 verschickt das Antiquariat per E-Mail die „Freitagsseite“. Zu einem Rahmenthema werden Bücher und Graphiken zusammengestellt, mit einem einleitenden Text und einer kurzen „Notiz aus Frankfurt“ am Schluss. 2021 schrieb Wieduwilt die Ausgaben gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Nanna Seuss. Ältere Ausgaben stehen im Archiv auf der Website.

Nach eigener Angabe stellt der Tresor regelmäßig auf den Antiquariatsmessen in Stuttgart, London und Frankfurt aus. Im September 2026 war er bei der Rare Books Berlin.

Besuch

Außerhalb der Öffnungszeiten empfängt das Antiquariat Kunden nach Vereinbarung. Ältere Einträge, etwa beim internationalen Antiquarsverband ILAB, nennen noch Öffnungszeiten ab Montag mit Mittagspause. Die eigene Website und das Handbuch des Verbands Deutscher Antiquare geben Dienstag bis Samstag an.

Quellen & aktuelle Informationen

Angaben zuletzt geprüft am .

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